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So
bemerkt Meltzer „An diesem großen Saal ist zur Rechten das
sogenannte „Schützen-Stüblein"/ in welchen die verordneten
Gemeinde- und Knappschafts-Vorsteher zusammen kommen". Außerdem
werden wir informiert, daß 1528 Erhard Langnickel Vicar und
Altarist der Schneeberger Schmelzer-Knappschaft war. Und als
1537 der Um- und Neubau der Emporen in St. Wolfgang nötig waren,
spendete man aus der Knappschaftsbüchse
„6 Gulden, 15 Groschen und 11 Pfennige dafür".
„Sonnabends
nach Jubilate auf Befehl des Kurfürsten Herzog Johann Friedrich,
als er auf dem Schneeberg gewesen, auf Anregung des Pfarrers Georg
Spalatin, der Knappschafts- und Schmelzeraltar abgebrochen".
Später fand, dieser Aufstellung in der 1567/68 erbauten Hospitalkirche
„Zur heiligen Dreifaltigkeit" am Claußberg.
Aus
dem Jahre 1566: Die Bauern in der Aue und die Schneeberger Bergknappen
waren uneins. Bei dem Schlichtungsversuch mit adligen Feudalherren
aus Lößnitz waren außer Richter und Schöffen
auch Vertreter der Bergknappschaft aus Schneeberg zugegen.
Ein
Schriftdokument, das das Datum vom 15.08.1611 trägt, gibt folgenden
Bezug zu der Bergmannsvereinigung kund:
„Türmer
auf dem Kirchturm St. Wolfgang betr.: 11 Taler,9 Groschen Anläutgeld
fürs Häuerglöcklein aus dem Bergamt, 8 Taler Büchsenpfennige
von der Knappschaft jedes Quartal 2 Taler.
1719:
Zur Hochzeitsfeier des sächsischen Prinzen sollte ein Bergaufzug
in Dresden stattfinden. Durch das Oberbergamt Freiberg ergingen
an alle Bergämter Anschreiben. In dem Befehl heißt es
unter anderem: „Grubenlichter, Barten und grüne Schachthüte,
soviel deren unter hiesigen Bergleuten und in gutem Zustande befindlich
aufzutreiben ... ".
1727:
Die vier Beisitzer bei der Leichenträgergesellschaft erhalten
die Kleidung, welche anderweit von den Knappschaftsältesten
getragen wird. Auch werden ihnen noch vier Steiger zugegeben, das
vier Mann doch keine Leiche tragen könnten.
1729:
„Am 1. Februar wurden 16 Bergleute, sämtlich Häuer, aus
dem Branntweinhaus abgeholt, und mußten in der Fronveste bei
Wasser und Brot sitzen. Sie waren nämlich am genannten Tage
aus der Fastnachtspredigt der Bergknappschaft gelaufen!" Seit
dem Quartal Crucis 1731 gab allwöchentlich jeder Bergmann 3
Pfennige, also im Quartal 3 Groschen und 3 Pfennige, in die Knappschaftsbüchse.
Davon erhält jeder kranke Bergmann bis zu seiner Genesung oder
seinem Tode wöchentlich 8 Groschen. Alle 4 Wochen werden ferner
über 20 Taler an 140 arme Personen von Seiten der Knappschaft
verteilt.
Auf
Bergfreiheit wurde ein deutscher Schulmeister bestellt. In Neustädtel
unterrichtete der Schulhalter Baumann die Berg-, Poch- und Klaubejungen.
Das nötige Schulgeld dafür kam aus der Knappschaftskasse!
Am
6. Juli 1787 hielt die Schneeberg-Neustädtler Knappschaft ihr
Quartal. Dazu waren alle drei Ortsgeistlichen, der Oberpfarrer Carl
Heinrich Trommler, der Archidiakon Christian Heinrich Kannegießer
und der neue Diakon Christian Gottfried Schneiderzugegen.
1827:
Aus den Knappschaftskassen sämtlicher Bergreviere wurden an
Bergalmosen an invalide Bergleute, Witwen und Waisen, sowie an Schulgeld,
für arme Bergmannskinder verabreicht 31.942 Taler, 20
Groschen und 5 Pfennige.
Erst
1848 unter dem Druck der bürgerlichen Revolution von 1848/49
verfügte das Oberbergamt zu Freiberg, daß künftig
Knappschaftsvorsteher auch aus dem Kreis der Doppelhäuer gewählt
werden können.
Mehr
als 35 Jahre Bergbrüderschaft „Schneeberger Bergparade“
Während
des 2. Weltkrieges marschierten am 18. Juli 1943 die Bergleute und
Blaufarbenwerker letztmalig in die
„St. Wolfgangskirche" zu ihrem Berggottesdienst in den unzerstörten
Bergmannsdom. Am 19. April 1945 zerstört ein Fliegerangriff
das Wahrzeichen der Stadt. Bei der Aufräumungsarbeiten sind
auch einige jener Bergbrüder dabei, die am 18. Juli 1943 paradierten.
Bereits am 22. Juli 1947 können sie wieder ihren Berggottesdienst
abhalten. Noch findet dieser unter freien Himmel im ruinenhaften
Kirchenschiff statt. Diesem Gottesdienst geht noch keine Parade
voraus. Auch ohne Bergparade hält die Kirchgemeinde am 22.
Juli Berggottesdienst. Pfarrer Hans Kircheis hält die Bergpredigt.
Der
erste Bergaufzug nach dem Krieg findet am 5. Juli 1953 statt. Traditionsbewusste
Heimatfreunde organisieren diesen Brauch bis 1959 jährlich.
Ab diesem Jahr wird die Bergparade aller zwei Jahre durchgeführt.
Zur Veranstaltung wird der Sonntag gewählt, der dem 22. Juli
am nächsten liegt. So ziehen am 22. Juli 1972 Bergleute und
Blaufarbenwerker mit anderen Delegationen vom Pfarrhaus, später
vom Kirchgemeindehaus, in die „St.Wolfgangskirche" zum Berggottesdienst.
Die Bergparade der Schneeberger Bergknappen und Blaufarbenwerker
geht so mit dem Erlöschen des Bergbaues in Schneeberg nicht
zu Ende. Im Rahmen des „Nationalen Aufbauwerkes" (NAW) wird
diese Tradition neu gestaltet.
Dabei
erhalten die Schneeberger Bergbrüder Unterstützung von
Delegationen benachbarter Bergreviere aus Jöhstadt, Ehrenfriedersdorf,
Thum, Sosa und Freiberg. Die Bergbrüderschaft „Schneeberger
Bergparade" beteiligt sich dafür zahlreich an Bergaufzügen
anderer Bergorte. Sie gestaltet aktiv Festumzüge bei Heimatfesten
mit.
Am
12. Mai 1967 finden sich auf Einladung des „Deutschen Kulturbundes"
Teilnehmer der „Schneeberger Bergparade" zur Widergründung
zusammen. 32 Bergfreunde werden zu dieser Veranstaltung eingeladen.
In ei nem Klubraum im Kulturhaus „Goldne Sonne" treffen sich
23 Personen. Ziel dieser Veranstaltung ist die Erhaltung und Pflege
der Tradition der „Schneeberger Bergparade". Nach intensiver
Vorarbeit durch die Heimatfreunde Werner Peuschel und Lothar Wetzel
beschließt der Vorstand des Kulturbundes die Bildung einer
weiteren Fachgruppe. Die Leitung wird Ewald Morgenroth übertragen.
Somit ist die Widergründung vollzogen.
Gründungsmitglieder
dieser Versammlung sind: Hans Dittrich, Max Enderlein, Adolf Hüttel,
Gotthard Hüttel, Gotthard Claus, Erich Gierschick, Helmut Röder,
Max Dietz, Paul Förster, Paul Oettel, Heinz Zierold, Manfred
Krüger, Georg Tuchscherer, Paul Preiß, Ewald Preiß,
Manfred Tautenhahn, Wolfgang Tautenhahn, Werner Schumacher, Hans
Schmalfuß, Ewald Morgenroth, Eckehard Teistler, William Matthes
und Wolfgang Heger.
Am
16. September 1972 wird die „Schneeberger Bergparade" in die
Arbeitsgemeinschaft „Erzgebirgischer Bergbrüderschaften"
aufgenommen. Die Schneeberger Bergbrüderschaft führt am
21. Juni 1975 ihr erstes öffentliches Bergquartal durch. Erstmalig
wird eine Brüderschaftslade ihrer Bestimmung übergeben.
Darin enthalten ist eine Kopie vom „Statut der Bergknappschafts
- Grabe - Gesellschaft zu Schneeberg" vom 31. Juli 1668. Es
ist von Kurfürst Johann Georg von Sachsen bestätigt.
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